Skip to main content

Die Geschichte von Humpert am Höing.

Im Folgenden finden Sie einige Texte zur Historie mit freundlicher Unterstützung des Stadtarchiv Hagen.

Unter "Höing" - "am Höing" - "auf dem Höing" verstand man in früheren Zeiten immer nur das alte Bauerngut von Humpert-Blankenagel.
 Es war ein altes Fachwerkhaus in westfälischem Stil. Große alte Eichen säumten den Hofraum ein. Die Ländereien, die zum Hof gehörten, erstreckten sich im Süden von der Müllerstrasse bis zum Wasserspeicherbecken am Loxbaum im Norden und grenzten dort an die von Vinckeschen Waldungen von Haus Busch. Im Osten bildete der Fleyer Hohlweg die Grenze und im Westen stießen sie an die Ländereien des Bauerngutes Ischeland.
Angeregt durch die Spaziergänger, die sonntags durch den Fleyer Wald Richtung Loxbaum lustwandelten, kam Frau Humpert, Karoline Henriette Friederike geb. Blankenagel auf den Gedanken, Tische und Bänke auf der Wiese vor dem Haus aufstellen zu lassen und Milch an die durstigen Spaziergänger auszuschenken. Als sich das Geschäft gut anließ, wurden Waffeln gebacken und zu Milch und Kaffee angeboten.
Durch das Gelingen dieses Versuches angespornt und auf den Wunsch einiger Gäste errichtete man zwei Tennisplätze (Lawn-Tennis-Plätze), ein Scheibenstand und eine Pferdebahn für sportlich Interessierte.
1886 wurde ein regulärer Wirtschaftsbetrieb eröffnet und ein großer Saal mit Bühne für Veranstaltungen jeder Art gebaut. Rings um das Gasthaus entstanden bald Turn- und Spielplätze, die eine große Anziehungskraft auf die Hagener Jugend ausübte. Man spielte vorwiegend Tennis und Schlagball.
Im Herbst 1888 fand das erste Pferderennen in Hagen auf dem Höing statt. Das Rennen fand so großen Zuspruch, auch bei auswärtigen Sportfreunden, daß im Frühjahr eine zweite Veranstaltung arrangiert wurde, die an Besucherzahl die erste bei weitem übertraf. Auch der wegen seiner Streiche bekannte "tolle Reiter Bomberg" (selbst ein verwegener Reiter) befand sich unter den Gästen.
An schönen Sommertagen wurde das Lokal und der Garten ein beliebtes Ausflugsziel der lufthungrigen Hagener Bürger.
Die Gastwirtschaft gedieh und die Sportanlagen lohnten sich. Es wurde das Haus an der Fleyerstrasse 123 mit einem Restaurant im neuzeitlichem Stil mit Veranda und Kegelbahn gebaut. Die Kriegseinwirkungen zerstörten Veranda und Kegelbahn völlig, aber nach der Währungsreform entschloß man sich, das gesamte Lokal zu modernisieren und umzubauen. Ein reger Betrieb begann von neuem - bis zum heutigen Tage unter dem Namen :
"Humpert am Höing".